Reiseerfahrung, Thailand, Koh Samui

Ein halbes Jahr auf Achse – Meine Herausforderungen und Erlebnisse im Paradies.

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Ich sitze auf der kleinen Veranda unseres Bungalows in Mae Nam (Koh Samui, Thailand), während eine Echse mein Plätzchen kreuzt und mich neugierig beäugt. Sie scheint genauso fasziniert von mir zu sein, wie ich von ihr. Und total neugierig.

So etwas überwältigt mich immer wieder. Solch kleine Dinge sind es, die in mir ein Glücksgefühl auslösen. Wo ich einfach nur da sitze und beobachte. Minutenlang. Mich verliere im Moment und ihn genieße.

Heute weht ein frisches Lüftchen und ich betrachte die wehenden Palmen um mich herum. Wir haben täglich über 30 Grad. Nach Chiang Mai mit über 40 Grad eine richtige Wohltat.

Ob man da wieder mit dem unbeständigen Wetter und den stark schwankenden Temperaturen in Deutschland klar kommt? Wo jede Unternehmung abhängig von den Launen des Wetters ist?

Wir haben bereits Ende Mai. Die Tage, Wochen und Monate rauschen nur so an uns vorbei. Am kommenden Freitag geht es für uns schon wieder weiter. Es zieht uns nach Bali. Indonesien ist damit unser drittes Land, dem wir einen Besuch abstatten. Wie langsam man doch voran kommt, wenn man unter der Woche arbeiten muss. Doch so langsam sie ist, so gemütlich ist sie auch! Man hat einfach Zeit.

Vor über sechs Monaten sind wir aufgebrochen. Aus Deutschland abgehauen. Wir wussten nicht, was wir auf oder von dieser Reise zu erwarten haben. Ob das mit dem „von unterwegs arbeiten“ klappt oder nicht.

Für meinen Mann und mich war es eher das Ausbrechen aus den in Deutschland gelebten Strukturen. Sowohl privat, als auch beruflich. Und auch unser Drang, für längere Zeit ins Ausland zu gehen, wurde immer größer.

Und nun waren wir nochmal für einen Monat auf Koh Samui. Wo vor genau sechs Monaten alles begann.

Dabei muss ich lächeln. Es fühlt sich gut an, wieder hier zu sein. Vertraute Gesichter zu sehen und zu wissen, wo man zum Beispiel das beste Curry her bekommt.

So vieles ist in diesen sechs Monaten passiert.

Wir haben uns selbst und unsere Gewohnheiten besser kennengelernt. Konnten unsere privaten und beruflichen Ziele dadurch auch viel klarer definieren.

Wir haben Menschen getroffen, die unseren Weg nur kurz gekreuzt haben. Wir haben aber auch Menschen kennengelernt, von denen wir wissen, dass der Kontakt halten wird. Auch über die deutsch-kanadisch-amerikanisch-irischen Grenzen hinaus.

Auf Reisen ist das schon komisch. Man lernt so viele unterschiedliche Persönlichkeiten kennen. Reisende, Aussteiger, Hängengebliebene und Urlauber. Jeder hat eine andere Geschichte. Eine andere Herkunft. Ein anderes Leben.

Zu den einen fühlt man sich sofort hingezogen und man könnte Tage und Monate mit ihnen verbringen, bei anderen ist man froh, wenn es über ein schnelles Bierchen nicht hinaus geht. Und wieder andere lernt man kurz zwischen Tür und Angel kennen, ohne dass man sich hätte Gedanken darüber machen können, ob man diese Beziehung evtl. hätte intensivieren sollen oder nicht.

Auch wenn uns unsere Arbeit eine Art Alltag vorgibt, ist es für uns keiner.

Wir tun das, was andere auch tun. Nur von einem anderen Ort aus. Und dass wir dabei meistens auch noch tolles Wetter haben. Wir genießen jeden Moment.

Während ich darüber nachdenke und die letzten Monate durch meinen Kopf streifen, wird mir wieder einmal bewusst, dass man sich in Deutschland viel zu sehr und entgegen seiner Persönlichkeit in sture Strukturen hineinzwängen lässt. Einfach vom Umfeld im Allgemeinen. Da es ja jeder so macht. Ein 9 to 5 Job, 25 bis 30 Urlaubstage im Jahr, ein Haus oder eine Eigentumswohnung, Nachwuchs, ein toller Urlaub hier, ein neues Auto da, Klamotten, und und und.

Auf Reisen ist das alles egal. Es tritt in den Hintergrund und macht einen dadurch irgendwie freier. Man lebt bewusster und nach seinen eigenen Regeln. Und ich merke, wie unsere Reise ein paar meiner Einstellungen ziemlich durcheinander bringt.

Besuch aus der Heimat.

Gerade habe ich das Buch von Carina Herrmann „Meerblick statt Frühschicht“ zu Ende gelesen, in dem sie ihre Reise zu sich selbst beschreibt. In gewisser Art und Weise finde ich mich an vielen Stellen selbst wieder, ohne mich ihrer bewusst zu sein. Ich weiß nicht so recht, wie ich diese Erkenntnis über mich selbst einordnen soll.

Die letzten zwei Wochen hatten wir Besuch von Freunden und Familie. Das war toll. Wirklich! Denn ich habe die Zeit mit einer mir vertrauten und lieben Freundin sehr genossen. Es gab viel zu erzählen und auszutauschen und wie auch schon in Deutschland vergessen wir darüber hinaus oft völlig die Zeit… So etwas erfüllt mich mit Glück. Und Dankbarkeit.

Die letzten sechs Monate war ich fast ausschließlich nur mit meinem Mann unterwegs. Ich liebe das Gefühl, Zeit mit ihm zu verbringen. Ohne den Druck, immer reden zu müssen, genießen wir in vielen Situationen einfach die stille Gegenwart des anderen.

Und während ich Carinas Buch gelesen habe, ist mir noch was klar geworden: Nämlich, dass ich noch keinen Drang habe, nach Hause zu fahren.

Natürlich gibt es Momente, in denen ich mich nach Hause wünsche. In das gewohnt strukturierte Leben, das jeder lebt. Vor allem, wenn es unterwegs mal nicht so klappt wie gewünscht oder die Sprachbarriere mal wieder so groß ist, dass man nicht zusammen kommt und genervt ist.

Außerdem würde ich gerne mal wieder in meiner Küche neue Köstlichkeiten, die ich unterwegs kennengelernt habe, zaubern und Freunde zu uns einzuladen.

Und doch will ich das Reisen (noch) nicht beenden. Viel zu sehr genieße ich das locker, leichte Leben. Das meistens hammergeile Wetter. Die Rollerausflüge. Das Meer und die salzige Luft. Das Essen. Die weißen Spuren meines Bikinis auf der Haut. Und die Entspanntheit der Menschen, wie man sie nur in wärmeren Gefilden findet.

Wahrscheinlich werden wir im Herbst diesen Jahres mal nach Hause kommen, auch wenn wir fast täglich neue Reisepläne schmieden.

Ich freue mich darauf und habe gleichzeitig Angst. Angst, dass mir ein paar Strukturen zu eng geworden sind. Aber allzu viele Gedanken möchte ich mir auch noch nicht darüber machen. Wer weiß schon, was kommt oder wie es letztlich sein wird.

Dennoch macht man sich natürlich seine Gedanken und fragt sich, wie es zu Hause weiter geht, wenn man dann fast ein ganzes Jahr unterwegs war und so viele unterschiedliche Kulturen, Lebensweisen und Möglichkeiten kennenlernen durfte. Zieht es uns nochmal weg? Da bin ich mir sicher. Auch wenn ich noch nicht weiß wann, wohin oder wie lange.

Ich weiß nur eines:  Das hier war die beste Entscheidung, die wir haben treffen können!

Welche Erfahrungen hast du beim Reisen gesammelt? Über dich, über andere, über das Leben? Verrat‘ es mir!


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Hey, ich bin Melanie. Tuk Tuk-Begeisterte 🚛 , Kaffeeliebhaberin ☕️, Brezenfan 🥨 und das Gesicht hinter Rucksack rauf und weg.

Seit mehr als 10 Jahren reise ich mittlerweile durch die Welt und liebe es, mich auf die Suche nach praktischen und innovativen Produkten zu machen und diese für dich genauer unter die Lupe zu nehmen. Und das zukünftig mit einem Fokus auf nachhaltigere und umweltfreundlichere Produkte, Dienstleistungen und Unterkünfte – für einen grüneren Lifestyle 💚

Denn ich möchte mit Rucksack rauf und weg genau die zuverlässige Unterstützung für dich sein, nach der ich früher beim Start in mein Reiseleben auch gesucht habe!

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